Er erzählt :
"Vor einiger Zeit rief mich das Berner Krankenhaus an.
Sie hatten Probleme mit einem jungen Menschen, der infolge eines Unfalles amputiert werden mußte und nicht mehr leben wollte.
Ich bin hingefahren, um ihn zu besuchen, und habe ihm knallhart gesagt :
"Du bist in der 13. Etage, wenn du genug hast, spring! Aber wenn du leben willst, mußt du den Willen haben zu lernen, zu schwitzen, die Übungen zu machen".
Ich bin eine Stunde bei ihm geblieben und habe ihm alles gezeigt, was ich mit meiner Prothese machen kann.
Das hat gewirkt, und das Krankenhaus hat mich angerufen, um mich zu beglückwünschen. "
Joseph Christe

Joseph hat die Berge schon immer geliebt...

Im Alter von 38 Jahren wurde er wegen einer Angina ins Krankenhaus eingeliefert.
Bei einer Injektion trifft die Lernschwester den Ischiasnerv.
Einige Zeit später werden seine Zehen und seine Ferse schwarz und gefühllos.
Er muß also eine Sympathektomie über sich ergehen lassen, Ziel dieser Operation ist es, den Kreislauf im Bein zu steigern. Das Ergebnis ist ein Erfolg für zehn Jahre. Dann wurde ein Rechtsstreit angestrebt, der scheitert. Er wird zweimal amputiert (das erste Mal unterhalb des Knies, danach das ganze Bein).
Botta kommt, um im Krankenhaus Maß zu nehmen.
Mittlerweile lebt er 25 Jahre mit einer Prothese...
Er arbeitet normal weiter als Laborgehilfe und Kalkulator in der Firma Von Roll (Choindez).
Er arbeitete oft im Außendienst und im Stehen. Seit 1988 ist er Rentner.
Heute ist Joseph immer noch beschäftigt und sehr selbständig :
Er führt den Haushalt seines großen Hauses, kümmert sich um sein Gemüse, steigt die Leiter hoch,
erntet Äpfel, friert seine Petersilie ein und pflanzt seine Zwiebeln.
Bis 1998 kümmerte er sich um ca. 10 Bienenvölker.
Er geht regelmäßig in ein Sportstudio, angelt...
Er kocht für sich selbst, aber auch für seine große Familie (seine beiden Söhne, seine Schwiegertöchter und seine fünf Enkel).
Immer auf die neusten Rezepte erpicht, daran hat er viel Freude :
und selbstverständlich :
fährt er mit seinem Roller einkaufen !
"Das ist praktischer als ein Auto, sagt er, und ich bringe trotzdem alles nach Hause.
Einen Teil im Kofferraum, eine Einkaufstasche zwischen den Beinen
und den Rest im Rucksack, und ich komme überall durch".

Sechstausend Kilometer im Jahr (momentan), er ist bis Lugano oder ins Wallis gefahren (das Dorf seiner Frau liegt 1219 m ü.M. südlich von Lötschberg).
Trotz seiner Prothese ist er früh um 7 Uhr losgefahren und am Mittag angekommen. An Ort und Stelle konnte er überall hinfahren und die Fußwege benutzen.

"In den Bergen muß ich, wenn ich über Hänge laufe, das gesunde Bein auf die Seite des Gefälles stellen. Das ist alles!"
Auf Wiedersehen, guten Weg und gute Fahrt !