
Die Bekämpfung von Ödemen wird hauptsächlich durch den elastischen Verband gewährleistet, die jedes Mal erfolgen muß, wenn der Patient seine Prothese nicht trägt.
Wenn beim Liegen im Bett oder beim Sitzen im Rollstuhl auf die richtige Lage des Stumpfes geachtet wird, trägt dies ebenfalls zur Vermeidung von Ödemen bei.
Der Stumpf ist ährenförmig so zu bandagieren, daß der Druck gleichmäßig ist.
Um an bestimmten Knochenpartien einen zu hohen Druck zu vermeiden (zum Beispiel Schienbeinkante, Kniescheibe
) sowie eine Retention in den hohlen Teilen zu gewährleisten, kann es notwendig sein, kleine Wattekissen an den Profilen vorzusehen.
Besondere Vorsicht ist bei Diabetes-Patienten und Patienten mit Sensibilitätstörungen geboten. Der Verband muß die Kniescheibe aussparen, kleine Wattekissen können an dieser Stelle und auch an der Schienbeinkante notwendig sein. Eine regelmäßige Kontrolle ist durchzuführen.
Wir empfehlen Elastikbinden vom Typ « SAMA RX»(Salzmann Medico)
), 8-10 cm breit für einen Unterschenkelstumpf, 12-15 cm breit für einen Oberschenkelstumpf.
Für den Verband des Oberschenkelstumpfes kann es notwendig sein, mehrere Binden zusammenzunähen, um über eine ausreichende Länge zu verfügen.
Die Spezialkompressionsstrümpfe gibt es in unterschiedlichen Modellen und Größen, wodurch das Maßnehmen nötig ist. Sie sind jedoch weniger effektiv als ein gut angelegter Verband.
Die Apparatur wird verhältnismäßig schnell angefertigt, sobald die Nahtpunkte entfernt wurden, sogar ein wenig früher.
Wir versorgen den Patienten direkt mit seiner Prothese, wobei wir uns bewußt sind, daß diese verändert werden muß, je nachdem, wie die Schwellung des Stumpfes abnimmt und er seine feste Form annimmt.
In der Regel ist es notwendig, einen feinen Strumpf (Nylon), dann einen dicken Strumpf (Baumwolle oder Wolle) über den Stumpf zu ziehen, bevor der ausgeglichene Softsocket angezogen wird. Es ist unbedingt nötig, einen feinen Strumpf (Nylon) über den Softsocket zu ziehen, bevor die Prothese angezogen wird. (Es besteht die Gefahr, daß die Prothese sonst nicht mehr abgezogen werden kann!)
Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die alle nach demselben Prinzip funktionieren:
Probieren Sie mehrere aus, um die Hilfe zu bestimmen, die Ihnen am besten gefällt.
Wickeln Sie die Binde um den Stumpf, beginnen Sie damit bei der Leiste, führen Sie das Ende der Binde durch das Ventilloch und ziehen Sie die Prothese an. Ziehen Sie die ganze Binde durch das Ventilloch zurück, wobei Sie eine leichte «Pump»-Bewegung machen (die Prothese belasten und vom Körpergewicht entlasten).
Ziehen Sie den Tricot-Schlauch bis zur Leiste über den Stumpf, führen Sie das andere Ende durch das Ventilloch und ziehen Sie dann die Prothese an. Ziehen Sie den Tricot-Schlauch durch das Ventilloch zurück, wobei Sie eine leichte «Pump»-Bewegung machen (die Prothese belasten und vom Körpergewicht entlasten).
Ziehen Sie den Strumpf bis zur Leiste über den Stumpf (die Bändel müssen an der Innen-Seite genäht sein), führen Sie das andere Ende des Strumpfes sowie die Bändel durch das Ventilloch und ziehen Sie die Prothese an. Ziehen Sie den ganzen Strumpf durch das Ventilloch zurück, indem Sie entweder an den Bändeln oder am Strumpf selbst ziehen, wobei Sie eine leichte «Pump»-Bewegung machen (die Prothese belasten und vom Körpergewicht entlasten).
Ziehen Sie Quickfit selbst bis zur weißen Markierung aus. Ziehen Sie Quickfit bis zur Leiste über den Stumpf, führen Sie den Henkel durch das Ventilloch. Ziehen Sie Quickfit ganz durch das Ventilloch zurück, wobei Sie eine leichte «Pump»-Bewegung machen (die Prothese belasten und vom Körpergewicht entlasten).
Es ist wichtig, die Prothese schon zu Beginn der Rehabilitation so lange wie möglich zu tragen.
Das anzustrebende Ziel ist das dauerhafte Tragen der Prothese über den ganzen Tag.
Es ist jedoch unbedingt notwendig, den Zustand der Haut regelmäßig zu kontrollieren:
Nach 5 min, 10 min, 20 min, 30 min, einer Stunde usw.
Es ist notwendig zu kontrollieren, ob es eventuelle Druckpunkte gibt, indem der Zustand der Haut überprüft wird.
Bei Diabetes-Patienten und Patienten mit Sensibilitätsstörungen muß die Häufigkeit dieser Kontrolle gesteigert werden.
Rötungen an der Kniescheibe, am Wadenbeinkopf, an der Schienbeinkante, an den Oberschenkelkondylen sind Ergebnisse von Druckpunkten, die eine Korrektur der Prothese erfordern.
Wenn der Stumpf mit einer orthopädischen Apparatur ausgestattet wurde, verliert er sein Volumen aufgrund des Abklingens der Schwellung und des Verlustes an Muskelmasse.
Das Volumen von Unterschenkelprothesen und Exartikulationen des Knies kann durch Zusatz eines Strumpfes zwischen Stumpf und Softsockel ausgeglichen werden
Sobald die Zahl der Strümpfe zu hoch ist (mindestens 3-4 Baumwollstrümpfe), muß die Prothese neu angepaßt werden.
Da das Volumen von Oberschenkelprothesen nicht ausgeglichen werden kann, muß die Prothese neu angepaßt werden.
Wie alle Körperpartien darf der Stumpf bei der täglichen Hygiene nicht vergessen werden.
Was die Prothese betrifft, so müssen die Strümpfe für den Stumpf regelmäßig gewechselt und gewaschen werden.
Der ausgeglichene Softsocket darf in lauwarmem Seifenwasser gewaschen und mit klarem Wasser gespült und muß vor dem Anlegen gut getrocknet werden.
(Nicht mit dem Fön trocknen, nicht auf die Heizung legen! Verformungsgefahr der thermoplastischen Materialien)!
Die Oberschenkelschäfte dürfen mit einem feuchten Tuch gereinigt werden (Seifenwasser + klares Wasser).
Das Silikon und die auf Mineralöl basierenden Materialien können auf verschiedene Art und Weise für das gewünschte Ergebnis eingesetzt werden :
In den meisten Fällen ist es nicht notwendig, Silikon zu verwenden, obwohl solche Materialien «in» sind.
Zu Beginn der Rehabilitation ist die Verwendung von Gehhilfen vollkommen normal, man sollte sich jedoch so schnell wie möglich davon trennen. Selbstverständlich beeinflussen Allgemeinzustand und Alter des Patienten die Verwendungsdauer solcher Hilfsmittel stark.
Einige trennen sich nie von ihnen, andere wiederum benutzen sie nie.
Aus diesem Grund gibt es keine Regel.
Wenn mit nur einem Stock gegangen wird, muß dieser auf der Seite des gesunden Beines gehalten werden und im Gleichschritt mit der Prothese benutzt werden.
Sie wissen nicht mehr, welche Creme Sie zur Pflege Ihres Stumpfes verwenden sollen : beginnen Sie doch damit, gar nichts mehr aufzutragen.
Allzu oft hat das Auftragen von Cremes oder anderen Salben, vor allem in hohen Dosen, einen negativen Effekt für die Haut und für den Softsocket, der letztendlich von Fett durchtränkt wird.
Wenn Sie eine Pflegecreme verwenden möchten, tragen Sie diese lokal und sparsam am Abend, wenn Sie zu Bett gehen auf.

Damit Sie Ihre Hosen an- und ausziehen können, ohne Ihre Schuhe ausziehen zu müssen, ziehen Sie einfach einen Plastikbeutel über Ihre Schuhe. Dadurch gleiten die Hosen besser, und es wird ein Beschmutzen der Hosen vermieden.
Im Falle einer Allergie oder eines Ausschlages versorgen Sie Ihren Stumpf mit Frischhaltefolie für Lebensmittel vom Typ «gladpack». Dadurch wird Ihr Stumpf vor Allergenen geschützt und ist nur geringfügig dicker.
Das ist natürlich nur eine provisorische Lösung.